Celani in DWN: Universalbanken sind gescheitert, nur Bankentrennung schafft Abhilfe

Der Mitherausgeber des Strategic Alert Service, Claudio Celani, gab der vielgelesenen Internetpublikation Deutsche Wirtschaftsnachrichten (DWN) am 1.5. ein ausführliches Interview über das auseinanderbrechende Weltfinanzsystem, den in „Todesstarre“ daniederliegenden Euro und die Alternativen des realwirtschaftlichen Aufbaus in Zusammenarbeit mit den BRICS-Nationen. Dabei betont er, eine wirtschaftliche Erholung sei nur möglich, wenn das gescheiterte Universalbankenmodell durch ein Trennbankensystem abgelöst wird.

Celani erklärt: „Mittlerweile sind alle Banken in Hedgefonds und Wettgeschäfte verwickelt. Die Krise von 2008 hat das nicht gebremst: Die Lage ist sogar schlimmer geworden. Die Verhältnisse stimmen nicht mehr, wie etwa bei der Deutschen Bank mit einem jetzigen Aktienkapital von knapp 20 Mrd.€ und einer Bilanz von 1,7 Bio.€ sowie Derivatgeschäften von 52 Bio.€ (!). Der Fall der anderen ,systemrelevanten Banken’ ist nicht anders. Der Zusammenbruch des Systems ist unvermeidbar.“

Das von der EZB ins Gespräch gebrachte Helikoptergeld würde die Lage nur schlimmer machen. „Wir müssen das gescheiterte Modell der Universalbanken ablehnen und das Trennbankensystem nach Glass-Steagall wieder einführen. So lange die Geschäftsbanken und die Investmentbanken unter dem gleichen Dach leben, wird es unmöglich, bankrotte Institute fallen zu lassen. Wenn wir die zwei Sparten dagegen trennen und die reale, Güter produzierende Wirtschaft vom Finanzspielkasino abkoppeln, können wir erstere retten.“

Dazu habe Movisol seit 2012 etliche Gesetzentwürfe im italienischen Parlament direkt oder indirekt gesponsert bzw. entworfen. „Es gibt im Moment sieben Gesetzentwürfe im Senat und mindestens vier im Abgeordnetenhaus, und zwar von fast allen Parteien. Nur wurde die Legislative – wie in den meisten Euroländern – so sehr der Exekutive unterworfen, und letztere der EU, daß man hier schnell dafür sorgt, daß solche wichtigen Vorschläge nicht zur Debatte kommen.“

Die DWN erwähnen daraufhin das Investitionsprogramm der EU, den sog. Juncker-Plan, und Celani antwortet: „Der Juncker-Plan reicht nicht. Gerade hat die EU-Kommission angekündigt, der erste Teil des Programms sei in Gang gesetzt worden und solle 76 Mrd. € Investitionen bringen. In Wirklichkeit sind aber nur 10 Mrd. von der EU da, der Rest muß von Privatinvestoren kommen. Vor allem aber gibt es keine Strategie, keinen Gesamtplan! Es werden nur Einzelprojekte finanziert und dabei meistens kleine, die keine wesentliche makroökonomische Wirkung haben können.

Stattdessen sollte die EU am chinesischen Projekt der ,Neuen Seidenstraße’ teilnehmen und vernünftige Summen für Investitionen in Infrastrukturkorridore zur Verfügung stellen. Der Wiederaufbau Syriens und anderer Länder in Nahost und Nordafrika könnte Teil dieser Strategie sein. Das könnte durch eine Entwicklungsbank finanziert werden, was wiederum erfordert, die ganze EU-Wirtschaftspolitik zu überdenken.“

Am Ende des Interviews, das sich auch mit George Soros, dem Euro und dem berüchtigten „Britannia-Plot“ beschäftigt, wird Celani als stellv. Vorsitzender der italienischen Movisol vorgestellt, die mit der deutschen Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo) und einer internationalen Bürgerrechtsbewegung verbunden sei und „für die unveräußerlichen Rechte aller Menschen kämpft“.

Print Friendly, PDF & Email