Versetzen wir uns um 50–60 Jahre in die Zukunft. Wir sind auf dem Mars. Wir sehen einen Quadratkilometer Marsland, bepflanzt mit jungen Bäumen von etwa einem Meter Höhe. Ist das „Science Fiction“? Wenn wir die menschliche Zivilisation nicht in einem Atomkrieg oder durch Hungerkatastrophen und Seuchen als Folge malthusianischer Politik ausrotten, dann sollten wir in den Jahren zwischen 2030 und 2040 in der Lage sein, den Mars zu kolonisieren.

Schon Ende der sechziger Jahre hatte die NASA einen Großteil der Technologie entwickelt, die für die bemannte Erforschung des Mars notwendig ist. Die zwei größten Hindernisse für eine Besiedlung des Mars sind heute schon gelöst oder könnten in den nächsten zehn Jahren gelöst werden.

Das erste Problem ist die Bereitstellung stärkerer Energiequellen für die Raumflüge und von genügend Energie, um irdische Bedingungen auf dem Mars bzw. schon viel früher auf dem Mond zu schaffen. Bis jetzt beruhen interplanetarische Flüge, seien es die bemannten Raumflüge zum Mond oder die unbemannten Sonden zum Mars und anderen Planeten, auf der Ausnutzung der ballistischen Flugbahn. Die meiste Zeit fliegt das Raumschiff im freien Fall. Nehmen wir stattdessen an, dass wir es unseren Raumfahrern bequemer machen und das Raumschiff der Erdgravitation entsprechend beschleunigen. Nehmen wir an, während der ersten Hälfte seiner Reise erhöht das Raumschiff seine Geschwindigkeit jede Sekunde um 9,81 Meter pro Sekunde. Oder, wem das zu viel erscheint, der stelle sich die halbe Beschleunigung vor. Nach der Hälfte des Wegs verlangsamt die Sonde in gleichem Maße die Geschwindigkeit. Die Zeit von der Erde zum Mars kann so von gegenwärtig Monaten oder länger auf Wochen verkürzt werden.

Selbst wenn wir jedes Kilogramm des Raumschiffes nicht mehr beschleunigen als ein Auto, das von Null auf 100 km/h beschleunigt, und diese Beschleunigung Sekunde für Sekunde, Tag für Tag, Woche für Woche aufrechterhalten, erreicht das Raumschiff bald die Grenze „relativistischer Geschwindigkeit“. Je länger die Reise ist, desto höher wird die Durchschnittsgeschwindigkeit. (Anmerkung der Redaktion: Die folgenden drei Absätze sind in der deutschen Ausgabe von 1983 nicht enthalten.)

Die Frage ist, woher bekommen wir eine konstante Energiequelle, um solche Beschleunigungen über Wochen und länger konstant bereitzustellen? Die Antwort, die schon in den 60er Jahren bekannt war und heute viel näher an der Verwirklichung ist, ist die kontrollierte Kernfusion, auf die wir in unserem ersten Kapitel hingewiesen haben.

Diese kontrollierte Kernfusion ist die Energiequelle, die wir benötigen, um eine erdähnliche künstliche Umgebung auf dem Mond, dem Mars oder anderswo zu schaffen und erhalten.

Wir benötigen die kontrollierte Kernfusion auch für eine weitere Aufgabe: als Quelle sehr hoher Energieflussdichten zum Antreiben und Verstärken von Hochleistungslasern und relativistischen elektromagnetischen Systemen im allgemeinen. Der Grund, warum leistungsstarke Laser heute gewöhnlich so groß sind – zum Teil in Gebäudegröße –, liegt darin, dass die verfügbaren Energiequellen sehr niedrige Energieflussdichten haben. Wenn wir z. B. einen Röntgenlaser mit der Energieflussdichte einer kleinen Kernspaltungsexplosion betreiben, verringert sich die durchschnittliche Größe des erforderlichen Lasersystems für Hochleistungssysteme erheblich. Allerdings ist es nicht sehr empfehlenswert, menschliches Bedienungspersonal solchen kleinen Kernspaltungsexplosionen auszusetzen; wir würden das Verfahren vielleicht nur in Robotergeräten im Weltraum anwenden. Bei der kontrollierten Kernfusion stehen uns potenziell viel höhere Energieflussdichten zur Verfügung, und die Probleme bei der Isolierung von Menschen sind im Vergleich zur Kernspaltung gering.

Hochenergetische Laser und die damit verbundenen Technologien sind für die Kolonisierung des Weltraums praktisch unverzichtbar. Der Laser hat drei Eigenschaften, die ihn dafür prädestinieren. Erstens ist der Laserstrahl wie der normale Wechselstrom im Haushalt monochromatisch: Die Energie der Strahlung wird auf einer einzigen, nicht mehreren Frequenzen transportiert, und die Teilschwingungen der Welle bewegen sich im Gleichtakt (sind „in Phase”). Eine kohärente, monochromatische Welle ist die beste Form des Energietransports, die es gibt, weil hier am wenigsten Verluste entstehen. Der Energietransport im Laserstrahl kann daher gegenüber anderer Strahlung den tausendfachen Wirkungsgrad haben. Zweitens streuen Laserstrahlen im Gegensatz zu gewöhnlicher elektromagnetischer Strahlung nicht. Sie können auf Frequenzen eingestellt werden, bei denen nur sehr geringe Energieverluste dadurch auftreten, dass Arbeit in dem Medium verloren geht, das der Strahl durchquert (wie z. B. Luft), während am ausgewählten Ziel durch Stoßwellen Arbeit mit praktisch der gesamten Energie des Strahls verrichtet wird. Drittens haben Laserstrahlen die Eigenschaft der „Selbstfokussierung“! Ähnlich wie bei der Einstellung eines Rundfunkempfängers tritt Resonanz der Laserstrahlung mit dem Material auf, auf das sie gerichtet ist, wenn man die Wellenlänge der Strahlung geeignet wählt. Allgemein gilt: je höher die Frequenz (d. h. je kürzer die Wellenlänge), desto kleiner ist das Zielgebiet, mit dem der Laserstrahl in Resonanz tritt.

Dr. Jonathan Tennenbaum hat diese Fakten in Abbildung 1 zusammengestellt. Hier wird die Frequenz elektromagnetischer Strahlung von gewöhnlichen Radiowellen über das sichtbare Farbenspektrum und den ultravioletten Bereich bis in den Gammastrahlenbereich des Spektrums verfolgt. Die Wellenlängen, die den Frequenzen entsprechen, werden in der Zeichnung mit den Größen physikalischer Objekte verglichen, bis hinunter zu biologischen Zellen, anorganischen Molekülen und dem Größenmaßstab des Elektronenradius.

Abbildung 1. Spektrum der elektromagnetischen Strahlung.

Man betrachte jetzt Tabelle 3. Wir gehen in dieser Illustration davon aus, dass ein kohärenter Strahl in seinem Querschnitt so viel Energie transportiert, die einem Kilowatt pro Quadratmeter entspricht. Was geschieht, wenn wir diese Energie auf eine immer kleinere Fläche konzentrieren? In erster Näherung kann man das Ergebnis mit dem Vorgang vergleichen, wenn man mit einem Vergrößerungsglas Sonnenlicht einfängt und damit Papier zum Brennen bringt. Wir sagen, dass wir die Temperatur des Sonnenlichts erhöht haben, indem wir es auf einen kleinen Bereich bündelten. Fragen wir uns deshalb, welcher Temperaturanstieg eintritt, wenn wir einen Energiefluss von einem Kilowatt pro Quadratmeter auf immer kleinere Bereiche konzentrieren, bis hinab zum Radius des Elektrons. Zu einem weiteren Vergleich wiederhole man dieses Experiment jetzt mit einem Strahl, dessen Stärke der Energieflussdichte eines industriellen Kohlekraftwerks entspricht, also etwa 10.000 kW/m2, wie Tabelle 3 ebenso zeigt. Man vergleiche schließlich die Temperatur in den Bereichen höchster Energiekonzentration mit den bekannten Temperaturen auf der Sonne und anderen Sternen.

Tabelle 3: Temperaturanstieg durch Fokussierung von Laserstrahlen

Fläche des Strahlungsbeschusses Bei 1 Kilowatt Bei 10.000 Kilowatt
1 Quadratmeter 90 °C 3000 °C
1 Quadratmillimeter 11.000 °C 110.000 °C
1 Atomradius 36.000.000 °C 360.000.000 °C
1 Elektronenradius (4,6 ∙ 10–15 cm) 8.000.000.000 °C 80.000.000.000 °C
Man vergleiche die Werte mit den Temperaturen der Sterne: Die Sonnenoberfläche misst 6000 °C, im Inneren der Sonne sind es 15.000.000 °C. Bei Explosion einer Supernova werden 2.500.000.000 °C erreicht.

Die Tabelle gibt eine grobe, jedoch nützliche Näherungsvorstellung der Vorteile, die hochenergetische Hochfrequenzlaser und relativistische Teilchenstrahlen mit sich bringen. Es gibt im Universum keine bekannten Materialien, die einer Energiekonzentration, wie sie diese Strahlen transportieren, widerstehen könnten. Prinzipiell könnte der Mensch mit dieser gebündelten Energie Sterne durchbohren; die Wirkungen wären mit kosmischer Strahlung vergleichbar. Praktischer betrachtet haben wir mit der Entwicklung solcher Technologien die Macht zur kontrollierten Umwandlung der Elemente bis hin zur Nuklearsynthese. Diese Technologie gibt dem Menschen überaus nützliche Werkzeuge an die Hand.

Die beiden Technologien Kernfusion und Laser sind auf viele beschreibbare Arten sehr eng miteinander verwandt. Ein richtig eingestellter relativistischer Strahl, der den Anforderungen gemäß fokussiert ist, kann für die Auslösung eines kontrollierten Kernfusionsprozesses eingesetzt werden. Die dann eintretende Kernverschmelzung ist wiederum eine ideale Energiequelle für solche Strahlen. Eine Tendenz bei dem Einsatz solcher Technologien wird sein, die erforderliche Energie für die Zündung der Kernfusion aus Kernfusionsprozessen selbst zu gewinnen und den Energieüberschuss, den man in Form relativistischer Strahlen gewinnt, als Werkzeug in der Produktion und anderen Bereichen einzusetzen. Wir können dies als den Beginn eines neuen technologischen Zeitalters sehen, das sich jetzt vor der Menschheit auftut — ein Zeitalter der Fusions- und Teilchenstrahltechnologie.

Neben der Fusions- und Teilchenstrahltechnologie selbst ermöglichen uns die Durchbrüche in der Physik, die eine solche Technologie mit sich bringen wird, beschleunigte Fortschritte in der medizinischen und biologischen Wissenschaft. Die Bedingungen der Raumfahrt und das Leben auf entfernten Planeten mit unterschiedlicher Anziehungskraft in einer künstlichen, nach irdischem Vorbild geschaffenen Umwelt setzen neue Rahmenbedingungen in der Medizin und für alle Formen des Tier- und Pflanzenlebens, die den Menschen die langen Weltraumreisen verschönern werden. Als „Nebenprodukt“ dieser Entwicklungen werden wir den Fortschritt in der Medizin beschleunigen; wir werden dafür sorgen, dass die durchschnittliche Lebenserwartung bald bei 120–140 Jahren liegen wird, ohne dass jene Gebrechen eintreten, die heute das Älterwerden begleiten.

Doch schon bevor die Raumfahrer den Mars erreichen, werden sie in ihrem Raumfahrzeug viele Aspekte der künstlichen erdähnlichen Umgebung vorfinden, die sie an ihrem Ziel antreffen werden. Wenn wir Raumflüge von Wochen und Monaten Dauer antreten, haben wir es mit ingenieurwissenschaftlichen und logistischen Problemen zu tun, die nicht durch die Lebenserhaltungssysteme heutiger Raumflüge, wo alles Erforderliche fertig mit an Bord genommen wird, zu bewältigen sind. Man muss künftig zum Beispiel den Sauerstoff, den die Reisenden zum Atmen brauchen, künstlich durch Wiederumwandlung des Kohlendioxids gewinnen, usw.  Auch die Wasservorräte müssen an Bord des Raumschiffes ergänzt werden, ebenso die Nahrungsmittel, zumindest der größte Teil davon.

Das zeigt die Tabelle 4. Sie gibt das Gewicht des zu transportierenden Vorrats an Sauerstoff, Wasser und Nahrungsmitteln für den Wochenbedarf eines Erwachsenen an. Tabelle 5 vergleicht die Zahl der Personen, die heute mit einem Start in die Erdumlaufbahn gebracht werden, mit dem Gewicht des Raumfahrzeugs pro Person Besatzung und vergleicht dieses wiederum mit dem Startgewicht des Raumfahrzeugs vor der Zündung des Raketenmotors, die es mit seinen Passagieren für eine Reise zum Mond in die Erdumlaufbahn bringt. Schließlich gibt die Tabelle 5 die Treibstoffmenge an, die erforderlich ist, um 100 kg von der Erdumlaufbahn in eine Mondumlaufbahn und wieder zurück zu bringen. Dabei muss noch jener Treibstoff berücksichtigt werden, der zu Beginn der Reise das System in die Erdumlaufbahn brachte. Eines wird klar: Die Versorgung einer Kolonie auf dem Mars oder eine mehrwöchige Reise zum Mars und zurück ist nicht mehr mit der Versorgung amerikanischer Truppen im Südpazifik während des Zweiten Weltkrieges zu vergleichen.

Tabelle 4: Grundverbrauch von Sauerstoff, Wasser und Nahrungsmitteln für den Wochenbedarf eines Raumfahrers (in Kilogramm)

Sauerstoff 5,6
Trinkwasser 15,4
Sonstiger Wasserverbrauch 14
Nahrungsmittel 4,5
Gesamt 39,5

Tabelle 5: Gewichtangaben zur Reise zwischen Erde und Mond (in Tonnen)

Gewicht der Raumfahrtkapsel Mercury (1 Person) 1,3
Gewicht des Apollo-Mondschiffs, mit Kommando- und Landungseinheit (3 Personen) 45
Startgewicht der Saturn-V-Rakete, die das Apollo-Mondschiff in die Erdumlaufbahn brachte 2740
Notwendiger Treibstoff, um 100 kg in die Erdumlaufbahn zu befördern ca. 2
Treibstoff, um 100 kg von der Erde zum Mond und wieder zurück zu bringen ca. 10

Wir haben darauf hingewiesen, dass wir fast schon über die Energiequellen und technologischen Werkzeuge des Fusionszeitalters verfügen. Mit dieser Technologie zusätzlich zu dem, was wir bereits in den sechziger und siebziger Jahren entwickelt haben, können wir einen Teil unserer logistischen Probleme bei der Kolonisierung und den Reisen zum Mars durch den Bau von Raumschiffen auf dem Mond bewältigen. In der Vorbereitungsphase der Kolonisierung des Mars wäre es optimal, mit der Erschließung des Bergbaus und der Errichtung von Industrieanlagen auf dem Mond zu beginnen. Hier können wir zum Beispiel die Raumfahrzeuge für die Reisen zwischen der Erd- und der Marsumlaufbahn bauen. Die Kosten für die Beförderung von Gütern sind bei der geringen Anziehungskraft des Mondes weit niedriger als bei der Anziehungskraft der Erde.

Der Großteil aller Erfordernisse für die Marskolonisierung wird auf dem Mond vorzufabrizieren sein. Der Energiebedarf für den Transport vom Mond ist wegen der geringen Mondschwerkraft gering. Das Bild stammt von der letzten Apollo-Raumfahrtmission der USA.

Nehmen wir an, dass wir die Jahre von 1990—2020 der Kolonisierung des Mondes widmen. Die Mondbevölkerung wäre schon auf etwa eine Million Menschen angewachsen, die auf dem Mond leben und arbeiten, während jeweils einige zehntausend auf bemannten Raumstationen in der Erdumlaufbahn und der Mondumlaufbahn tätig sein könnten. In dieser anfänglichen Phase der Erschließung des Mondes würde vorrangig daran gearbeitet, eine lebensfreundliche künstliche Umwelt auf dem Mond zu schaffen, wobei man sich so weit wie irgend möglich auf Stoffe stützen müßte, die auf dem Mond selbst gewonnen werden können. Möglich wird dies durch die Technologien des Fusions- und Teilchenstrahl-Zeitalters. Um das Jahr 2010 könnte man dann das Schwergewicht der Arbeit auf dem Mond auf die Produktion von Raumfahrzeugen für Flüge innerhalb unseres Sonnensystems verlagern.

Während der ersten Phasen der Erschließung des Mondes müssen wir die Biotechnologie soweit beherrschen lernen, dass praktisch alle benötigten Nahrungsmittel für die Mondsiedler auf dem Mond selbst hergestellt werden können. Dies wird die Grundvoraussetzung für weitere Fortschritte sein. In dieser Zeit sollten wir auch damit beginnen, die Voraussetzungen für das Pflanzen- und Tierleben auf dem Mond zu schaffen; wir werden Bäume pflanzen und die ersten Tiere wie Mäuse, Hühner usw. halten.

Bevor wir weiter in den Weltraum vorstoßen, müssen wir auf dem Mond und in Raumstationen in der Erdumlaufbahn umfassende Forschungen über die biologischen Bedingungen in Angriff nehmen, die bei der Kolonisierung des Raumes zum Tragen kommen werden. Hierzu gehört auch das ganze Spektrum der medizinischen Versorgung bei Raumflügen und in entfernten Kolonien. An erster Stelle stehen hier die Auswirkungen eines Lebens im Weltraum auf Menschen und Tier, insbesondere auf Schwangerschaft und Geburt unter künstlichen erdähnlichen Bedingungen bei weit geringerer Schwerkraft.

Bei einer fast grenzenlosen Verfügbarkeit von Energie und weit besseren Technologien zu ihrer Nutzung wird einer der irritierendsten Aspekte der Natur für die Wissenschaftler darin bestehen, dass Lebensvorgänge Energie höherer Flussdichten nur unvollkommen ausnützen. Wir können das den irdischen Pflanzenarten jedoch nicht vorwerfen. Im ersten Kapitel dieses Buches haben wir uns mit der erbärmlich niedrigen Leistung und der fürchterlichen Ineffizienz der Sonnenenergie auseinandergesetzt. Das irdische Pflanzenleben musste sich an die minderwertige Qualität der Sonnenenergie anpassen. Wenn wir bedenken, dass die Pflanzen zu diesem Zweck das Chlorophyll „erfanden“, müssen wir sie zu ihrer Leistung gratulieren, dass sie trotz der schlechten Behandlung, die die Sonne ihnen zukommen ließ, unsere Biosphäre schuf. Jetzt, da wir den Pflanzen sehr viel höhere Energieflussdichten in ziemlich jeder Form anbieten können, die sie brauchen, müssen wir ihnen diese gute Nachricht irgendwie vermitteln. D. h., wir müssen die Reproduktionsgeschwindigkeit nützlicher Biomasse, insbesondere bei der Nahrungsmittelproduktion, beschleunigen. Chemiker wie Justus Liebig und Louis Pasteur haben im letzten Jahrhundert hier den Weg gewiesen; im Zeitalter der Fusions-Strahlentechnologie können wir Riesenschritte auf ihm zurücklegen.

Die ersten Schritte zur Kolonisierung des Mars sollten um 2025—35 beginnen, vielleicht auch eher, falls der Fortschritt der Wissenschaften und der wirtschaftlichen Entwicklung dies erlaubt. Mit der Fusions- und Strahlentechnologie und der biophysikalischen Technologie der Jahre 2025–30 bereiten die Vorbereitungen zur Kolonisierung des Mars weit geringere Schwierigkeiten als 30 Jahre zuvor die Besiedlung des Mondes. Zum einen hat der Mars bereits eine Atmosphäre, die zwar verglichen mit der irdischen recht dünn ist, doch als Ausgangspunkt für unsere Kolonisierungsingenieure ist sie gut genug. Zu gegebener Zeit werden wir wahrscheinlich beginnen, die Atmosphäre des Mars zu verbessern, doch höchstwahrscheinlich bauen wir erst einmal unter riesigen Kunststoffkuppeln agro-industrielle Komplexe auf, die zu diesem Zeitpunkt weitgehend Pflanzen in Hydrokultur beherbergen.

Krater auf dem Mars, aufgenommen vom NASA-Gefährt Curiosity. Bild: NASA

Doch die Kolonisten von der Erde werden damit nicht zufrieden sein. Man hört schon Kinder fragen: „Aber, Papi, wo sind denn die Bäume?“ Wir sollten dies berücksichtigen und ein oder zwei Wälder auf dem Mars anpflanzen, wenn auch nur deshalb, weil Menschen Bäume lieben. Die Vorstellung, echte Singvögel und andere Tiere um sich zu haben, macht diesen fremden Planeten der Erde ähnlicher. Vielleicht ist das ein wenig Luxus für unsere Pioniere im Weltraum, doch es ist keine Verschwendung. Bäume sind für die Umwelt sehr nützlich, wenn man sie sorgfältig auswählt und ihre Entwicklung steuert. Auf jeden Fall wird unsere künstliche Atmosphäre einen relativen Feuchtigkeitsgehalt von ca. 47 Prozent benötigen, und eine künstlich überdachte Umwelt bietet ausgezeichnete Bedingungen für die künstliche Erzeugung von Niederschlägen.

Die Karte zeigt die geologischen Formationen des Mars.

Gemessen an heutigen irdischen Maßstäben ist der Aufbau eines agro-industriellen Komplexes auf dem Mars recht kostspielig. Dies ist kein Grund zur Besorgnis. Die Kostenfrage ist immer relativ. Der wirkliche Kostenfaktor misst sich immer daran, welcher Teil der verfügbaren Gesamtarbeitskraft vonnöten ist, um die Produktion des betreffenden Verbrauchsgutes sicherzustellen. In 50 Jahren sollte sich die Produktivität pro Kopf der Bevölkerung, gemessen am heutigen Standard, um einen Faktor von ca. 10 erhöhen. In den Vereinigten Staaten sollte es z. B. noch vor dem Jahr 2000 einen Sprung um den Faktor 3 geben, was im wesentlichen durch die Einführung von Lasertechnologien auf breitester Ebene erreicht würde. Zwar könnte in manchen Bereichen eine Wende zur verstärkten Anwendung von Werkstoffen eintreten, die relativ teurer sind als die heute verwendeten, doch der größte Teil der erhöhten Arbeitsproduktivkraft wird für die Menschheit ein Reingewinn sein, so dass sich die Menschheit in 50 Jahren Ausgaben leisten kann, die acht- bis zehnmal über den heutigen liegen. In 50–60 Jahren muss es sich die Erde leisten können, eine Million Menschen auf den Mars überzusiedeln. Vielleicht ist das auch schon in 25 Jahren möglich; der genaue Zeitpunkt und die genaue Zahl der an diesem Projekt beteiligten Menschen sind nicht vorauszusehen.

Die Emigration von der Erde zum Mars wird mehr oder weniger den gleichen Umfang erreichen wie die New Yorker Einwanderwelle im 19. Jahrhundert. Die Reisedauer wird mit Ozeanüberquerungen Mitte des 19. Jahrhunderts vergleichbar sein, und der Reisekomfort vielleicht wesentlich höher. Die interplanetaren Raumfähren werden größtenteils aus auf dem Mond vorfabrizierten Elementen zusammengesetzt werden und die Größe von Ozean-Passagierschiffen erreichen. Raumschiffe dieser Größe sind u. a. auch aus ökonomischen Gründen wünschenswert.

Die internationale Raumstation ISS im Jahre 2005.

Der Hauptkostenfaktor einer Auswanderung besteht vom Standpunkt der irdischen Ökonomie darin, einen Menschen von der Erde zu einen „Weltraum-Passagierflughafen“ in der Erdumlaufbahn zu befördern. Der andere hauptsächliche Kostenfaktor für die irdische Wirtschaft wird es sein, die Investitionsgüter, die für die Produktion von Investitionsgütern auf Grundlage von Fusions- und Strahlentechnologie erforderlich sind, in den Weltraum zu befördern sowie die erforderliche Biotechnik zur Verfügung zu stellen. Der größte Teil aller sonstigen Erfordernisse wird auf dem Mond, in Laboratorien in Umlaufbahnen oder auf dem Mars selbst hergestellt werden. Es wird eine hervorragend organisierte Pionierarbeit sein.

Am Anfang werden die Einwanderer auf dem Mars vor allem daran arbeiten, die eigenen Lebensbedingungen weiter zu entwickeln und die künstliche Umwelt weiter zu verbessern, um die nächste Welle Neueinwanderer von der Erde willkommen zu heißen. Wenn man die Kolonisten fragt, warum sie auswanderten, werden viele von ihnen eine ähnliche Antwort geben wie Sir Edmund Hillary, als er gefragt wurde, weshalb er den Mount Everest erklomm: „Weil es ihn gab!“ Was ihre Arbeit betrifft, werden sie entgegnen: „Es macht uns Spaß.“ Andere werden antworten, die Kolonisierung des Mars sei ein notwendiger Meilenstein auf dem Weg zu etwas weit größerem. Diese Antwort käme der Wahrheit näher.

Die ersten Ankömmlinge auf dem Mars sind Forscher; sie werden die ältesten unserer Mitbürger an die Stimme des amerikanischen Konteradmirals Richard Byrd erinnern, der vor ca. 50 Jahren von der kleinen Siedlung „Little America“ inmitten des antarktischen Winters seine Funksignale an die Welt richtete. Die Hoffnung und Vorstellungskraft vieler von uns hier auf der Erde wird sich zum Mars richten, wenn die ersten Stimmen und Fernsehbilder vom Mars die Erde erreichten. Die ersten Siedlungen werden vorwiegend aus vorfabrizierten Elementen bestehen, die zu diesem Zweck auf dem Mond hergestellt werden. Später wird die Kolonie ihre künstlich aufgebaute Umwelt immer mehr aus eigener Kraft erweitern.

Das Wachstum der Kolonie durch Einwanderung wird durch die Größe der Arbeitskraft bestimmt, wobei die Möglichkeit zur Einwanderung mit wachsender Einwohnerzahl steigt. Mit anderen Worten, wie bei einem gesunden Organismus wird das Potential, neue Wellen von Einwanderern auf dem Mars aufzunehmen, geometrisch wachsen.

Der Anschauung wegen sollten wir untersuchen, wie nach dem heutigen Wissensstand eine Besiedlung des Mars aussähe. Die Siedlungen auf dem Mars sollten nach denselben Kriterien errichtet werden wie jede vernünftig geplante Stadt oder Ortschaft heute auf der Erde: es sind mehrere Ebenen vorzusehen, wobei sich die Wohnungen und Arbeitsplätze der Bevölkerung auf der oberen Ebene und das Verkehrs- und Versorgungssystem auf einer unteren Ebene befinden. Man beginnt beim Aufbau der Stadt mit der untersten Ebene. Die Architekten müssen dabei künftige Reparaturen und Erweiterungen über mehr als ein Jahrhundert in die Zukunft einbeziehen. In einigen Fällen, wie wahrscheinlich auf dem Mond, wird man die gesamte Stadt unter der Oberfläche errichten. Auf jeden Fall wird eine Stadt wohl immer in mehreren Ebenen konzipiert sein.

Der Grundriss der Stadt wird aus physikalischen und topologischen Gründen kreisförmig sein. Im Zentrum der Stadt wird man einen reich mit Bäumen bepflanzten Park anlegen, in dem wissenschaftliche Zentren und Bildungseinrichtungen angesiedelt werden. Im Umkreis des Parks werden sich die wichtigsten administrativen und kulturellen Einrichtungen der Stadt befinden. Der „Arbeitsbereich“ der Stadt liegt entlang des Kreisumfangs und die Dienstleistungsbereiche für die Bevölkerung entlang der Straßen, die sich wie Radien vom Zentralpark zu den Außenbezirken ziehen.

Da die Bevölkerung von Weltraumkolonien, so weit wir das voraussehen können, in einer künstlich der Erde nachgebildeten Umwelt leben wird, muss bei der Errichtung dieser Städte auf die den Umständen entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen geachtet werden. Nehmen wir an, wir errichten eine ganze Stadt auf dem Mars unter einer künstlichen Kuppel. In diesem Fall könnte sie eine zweite künstliche Kuppel über dem Zentralpark haben, die von der übrigen Umgebung unter der Hauptkuppel im Notfall hermetisch abgeschlossen werden kann. Jedes Gebäude und jede Wohneinheit könnte zentral als unabhängige künstliche Umwelt versorgt werden. Als Reserve stünde ein Notversorgungssystem für die jeweiligen Einheiten zur Verfügung, das eingeschaltet wird, wenn das Zentralsystem zeitweilig ausfiele. Auch im Verkehrs- und Versorgungsbereich unter der Planetenoberfläche müsste es Reservesysteme geben. Die Stadt sollte so feuersicher wie nur irgend möglich sein, doch müssen wir trotzdem leicht anwendbare und wirksame Methoden zur Ortung und Bekämpfung von Bränden und anderen Bedrohungen der künstlichen Umwelt entwickeln.

Im Rahmen der Kolonisierung würde ein ganzes Netz solcher überdachten Städte errichtet werden, die über Verbindungsadern in zwei Ebenen miteinander verbunden wären. Der Transport von Menschen und Gütern würde auf der oberen Ebene abgewickelt werden, die Versorgung auf der unteren. Bei einigen dieser künstlich überdachten Gebilde handelt es sich um eigentliche Städte mit Bevölkerungszentren, wissenschaftlichen und Ausbildungseinrichtungen, Verwaltungsbereichen und unter Umständen solchen Industrien, die in die Stadt selbst integriert werden können. Daneben gäbe es gesonderte Industrie- und Landwirtschaftskuppeln. Alle Kuppeln sind über Verbindungsadern in mehreren Ebenen miteinander verbunden, wie die Organe eines lebenden Organismus.

Der wichtigste Aspekt des Verkehrssystems sind Fahrzeuge mit Magnetantrieb, die einzeln oder zu Zügen gekoppelt ebenfalls eine in sich abgeschlossene Umwelt bilden.

Künftige Stadtplaner werden möglicherweise die Städte der Kolonien anders bauen. Aber in den wichtigsten Zügen ihrer Entwürfe wird auffallende Ähnlichkeit mit unseren Vorschlägen bestehen. Menschen bleiben Menschen, und die Gesellschaft wird auch weiterhin eine menschliche Gesellschaft sein. Planungskonzeptionen, die das in Rechnung stellen, werden sich daher nicht sehr voneinander unterscheiden. Die grundlegenden Prinzipien der geometrischen Physik werden sich gleichfalls nicht sehr unterscheiden, abgesehen von Verfeinerungen und Fortschritten im Wissensstand. Die zukünftigen Städte unserer Weltraumkolonien werden ähnlich aussehen wie unsere Städte auf der Erde, auch wenn diese heute noch nicht so gebaut werden.

Im Jahr 2100 wird die Marsbevölkerung wahrscheinlich mehrere zehn Millionen Menschen betragen. Doch schon vorher wird die Menschheit andere Herausforderungen in Angriff genommen haben; sie wird sich dem Mond Titan des Planeten Saturn zugewendet haben, der etwa die Größe unserer Erde hat.

Wie wir aus den von den Voyager-Sonden gesammelten Daten entnehmen können, wäre die Oberfläche des Titan heute ein äußerst ungeeigneter Ort für menschliches Leben. Aber er hat eine Schwerkraft, wie wir sie brauchen, eine geeignete Größe, und die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre wäre zwar gegenwärtig für die menschliche Atmung ungeeignet, kann jedoch die Rohstoffe für Transformationen liefern, die wir anstreben.

Wenn wir Energie in Hülle und Fülle mit einer ausreichenden Energieflussdichte zur Verfügung haben, so dürften wir Mitte des nächsten Jahrhunderts in der Lage sein, mit der Veränderung der Atmosphäre und Oberfläche des Titan zu beginnen, um sie nach unseren Wünschen zu gestalten. Wir nennen das „Erdbildung“ eines Planeten. Angesichts der Fusions-, Teilchenstrahl- und Biotechnologie, die wir uns dann erschlossen haben, sieht es vom heutigen Standpunkt so aus, als ob die Erdbildung des Titan eine attraktivere Herausforderung für das nächste Jahrhundert ist als die Erschließung des nahen Planeten Venus.

Für die Erdbildung des Titan wird der wahrscheinlichste Ausgangsstützpunkt nicht der Mars, sondern unser guter alter Mond sein. Natürlich ist der Mars dem Titan näher, doch der Vergleich zwischen der Anziehungskraft von Mond und Mars liefert einen aufschlussreichen und für die Wirtschaft entscheidenden Faktor. Mitte des nächsten Jahrhunderts wird darüber hinaus der Bergbau und die Industrie auf dem Mond einen hohen Entwicklungsstand erreicht haben. Die Astronauten der Erde werden wahrscheinlich in erster Linie aus den Kolonien auf dem Mond und den Stationen in Umlaufbahnen um Mond, Erde, Mars usw. kommen. Zugegeben, einiges des hier Gesagten ist Spekulation, doch vielleicht die beste, die heute möglich ist.

Wahrscheinlich wird man Witze machen über die „mondsüchtigen“ Raumfahrer oder über das hochschießende Wachstum von Pflanzen, Tieren und Menschen in einer Umwelt mit geringerer Schwerkraft. Zumindest entspräche dies heutigen Gepflogenheiten, die man ruhig auf die Mitte des nächsten Jahrhunderts übertragen kann.

Sehr bald sollte die Erde einen Sprung um zwei Größenordnungen tun und automatische Raumsonden einsetzen. Bereits heute dürften wir in der Lage sein, nuklear angetriebene unbemannte Raumschiffe in das Sonnensystem zu entsenden — auf die verschiedenen Planeten und in den Raum „oberhalb“ der Ebene der Planetenumlaufbahnen. Es wäre erstrebenswert, hierfür ein Raumschiff einzusetzen, das Roboter-Beobachtungsstationen in Umlaufbahnen um besonders interessante Planeten und Monde stationiert. Unser Mond sowie die Stationen in der Erdumlaufbahn wären sehr geeignet, die Funksignale, mit denen die Sonden täglich ihre Ergebnisse übermitteln, zu empfangen und die gesammelten Daten an Empfangsstationen auf der Erde weiterzuleiten.

Mit weiteren Fortschritten im Zeitalter der Fusions- und Strahlentechnologie und den damit einhergehenden Fortschritten in der Biotechnik wird unser Sonnensystem und implizit unsere ganze Galaxis die Heimatbasis der Menschheit für alle weiteren Entwicklungen. Wir können in Fabriken auf dem Mond riesige Raumschiffe bauen, die man schon fast Planetoiden nennen könnte. Diese Raumschiffe, die auf hohe Geschwindigkeiten beschleunigt werden können, werden autonome kleine Gesellschaften von Raumforschern bilden. Sie werden vorbestimmte Zielorte anfliegen oder vielleicht auf Bahnen fliegen, die durch kernenergieversorgte Robotstationen in Umlaufbahnen um Planeten und Monde unseres Sonnensystems und darüber hinaus vorgegeben sind. Sie stünden zwar zeitlich verschoben, doch wirksam und regelmäßig in Kontakt mit dem größten Teil der Menschheit auf der Erde.

An Bord dieser Raumschiffe wird alles, was für die Forschungsreisen vonnöten ist, vorhanden sein. Sie werden das Gegenstück von Gaspard Monges und Lazare Carnots École polytechnique im Weltraumzeitalter sein. Es werden bio-astrophysikalische Expeditionen sein, komplette Laboratorien, die sich auf den vorgezeichneten Bahnen im Raum bewegen. Jeder Planet oder Mond wird von den Forschungsteams daraufhin analysiert, ob eine Erdbildung eingeleitet werden kann. Sie werden alle Gegebenheiten so umfassend untersuchen, wie es Robotsonden niemals könnten.

Diese Raumschiffe hätten eine große wissenschaftliche Besatzung, die Flugmannschaft sowie die Familien der Wissenschaftler und Flugmannschaften an Bord. Es werden einer Universität vergleichbare Gemeinschaften sein, die durch den Raum fliegen und dabei in ständigem Kontakt mit den Hauptzentren der menschlichen Zivilisation stehen. Ihre Reisen könnten Jahre, Jahrzehnte oder noch länger dauern. Die Raumschiffe könnten paarweise oder in kleinen Gruppen auf die Reise gehen; keines der Raumschiffe würde sich von den anderen seiner Gruppe weiter als einige Tagesreisen entfernen. Auch das ist natürlich Spekulation und keine definitive Vorhersage. Doch ob Spekulation oder nicht, wir werden bei bemannten Forschungsflügen so oder ähnlich vorgehen.

Pionierarbeit im Weltraumzeitalter ist wie alle Pionierarbeit eine Aufgabe für junge Erwachsene. Die Kolonisierung des Mondes und Mars wird eine erhebliche Anziehungskraft auf junge Menschen der Erde ausüben, besonders auf jene mit der Ausbildung und den Qualifikationen, wie sie diese Pionierarbeit erfordert. Anfänglich werden einige hundert bis tausend Menschen pro Jahr auswandern, doch Jahr für Jahr werden es mehr werden. Der Mond, der Mars, Raumforschungsreisen und Herausforderungen wie die Erdbildung des Titan und der Venus werden immer mehr unsere Aufmerksamkeit herausfordern. Ende des nächsten Jahrhunderts werden wir den Zeitpunkt kommen sehen, an dem der größte Teil der Menschheit außerhalb der Erde leben wird.

Warum sollen wir all dieses tun? Was für einen Zweck haben solche Entwicklungen im kommenden Jahrhundert? Haben sie den gleichen Grund, den Edmund Hillary für die Besteigung des Mount Everest angab: „Weil es ihn gibt“? Werden wir es tun, um unsere bloße Neugier zu befriedigen, aus Abenteuerlust? Wollen wir vielleicht Leben auf jene leblosen Planeten und Monde bringen, damit wir im Universum weniger einsam sind? Ist es die Liebe zum Leben? Bestimmt ist es nicht die angebliche „Übervölkerung“ der Erde, die unser Tun leiten wird, wenn man vielleicht auch in vielen Fällen an der Herausforderung Freude haben kann, einen Ort bewohnbar zu machen, der weniger dicht bevölkert ist als die Erde.

Die tieferen Denker unter den Wissenschaftlern werden einen „religiösen Zweck“ in dieser Weltraumkolonisierung sehen, einen Zweck im Einklang mit den Gründen, die Augustinus für die Einführung des Filioque in das nicäische Glaubensbekenntnis hatte.

Die Menschheit ist einzigartig. Dieselben schöpferischen Fähigkeiten des menschlichen Geistes, die es der Menschheit ermöglichten, das relative Bevölkerungsdichte-Potential unserer Gattung auf der Erde willentlich um drei Größenordnungen zu erhöhen, ermöglichen es uns, die Gesetzmäßigkeiten des Universums, durch die das Universum als Ganzes bestimmt wird, immer vollkommener zu entdecken. Für die religiösen Denker, die das Prinzip des Filioque anerkennen, sind diese höheren Prinzipien der Gesetzmäßigkeit des Universums eine Reflektion des Logos, den einige als Heiligen Geist bezeichnen. Der Logos ist keine abstrakte Weisheit, über die irgendein Mönch in klösterlicher Zurückgezogenheit kontempliert, sondern es ist jenes Wissen, das unsere Handlungen und unsere Arbeit leiten muss. Zu welcher Tätigkeit dieses Wissen uns auch leiten mag, wir müssen uns doch immer daran orientieren.

Es ist für die Menschheit nicht erforderlich, im voraus zu wissen, vor welche Aufgaben uns ein vom Logos geleitetes Handeln im Weltraum stellen mag. Schon die Aussicht, Dinge zu entdecken, die wir auf der Erde niemals entdecken könnten, ist Grund genug, die Weltraumforschung aufzunehmen! Die Erkenntnis, dass unser Wissen über die Gesetzmäßigkeit des Universums fehlerhaft ist, ist ausreichender praktischer Grund für die Weltraumforschung. Durch die Errungenschaften der NASA z. B. wissen wir bereits, daß alle Entwicklungen im Rahmen der Weltraumforschung recht unmittelbar fruchtbare Rückwirkungen auf die Lebensbedingungen auf der Erde haben. Für einige wird dieser praktische Nutzen ein hinreichendes Motiv sein. Andere wiederum wollen entdecken, welche Aufgaben die Menschheit angesichts der erweiterten Kenntnisse und Fähigkeiten, die wir entwickeln werden, erwarten.

In der Geschichte der menschlichen Kultur hat Astronomie immer eine ganz besondere Rolle eingenommen. Zu Lebzeiten Johannes Keplers und später von C. F. Gauß wurde erkannt, dass manche der mündlich überlieferten epischen Dichtungen, die wie die vedische Kultur in Indien später auch schriftlich festgehalten wurden, sehr exakte Berechnungen für lange astronomische Zyklen enthalten; in einem Fall länger als 200.000 Jahre. Keplers Hypothese über das Sonnensystem, die verbesserte Form einer ca. 150 Jahre vor ihm von Kardinal Nikolaus von Kues aufgestellten Hypothese, die sich aber auch bereits im „Paradies“ von Dante Alighieris Commedia findet, legte das Fundament für die Entwicklung der mathematischen Physik der Neuzeit zu einer systematischen Wissenschaft. Wenn wir von grundlegender Wahrheit reden wollen, sprechen wir von höherer Wahrheit und weisen nach oben — zu den Sternen.

Woher kommt dieses Streben nach den Sternen in uns?

Das Leben des Menschen ist kurz. Wenn ein Mensch sein Leben nur dem persönlich erlebten Vergnügen bzw. Schmerz widmet, wie es David Hume, Adam Smith, Jeremy Bentham und John Stuart Mill predigen, was macht dann sein Leben aus, außer Erinnerungen an Vergnügen und Schmerz, die mit seinen sterblichen Überresten begraben werden? Ein solcher Mensch lebt moralisch gesehen wie ein Tier und stirbt wie ein Tier. Sein Leben hat keinen Zweck, der für nachkommende Generationen segensreich wäre.

Was aber ist segensreich für nachfolgende Generationen? Ist es das, was wir zu unseren Lebzeiten aufbauen? Wohl kann das, was wir aufbauen, der Menschheit nach unserem Tode dienen und so zu einem höheren Zweck beitragen. Aber was gebaut wurde, wird verschlissen und unterliegt schließlich dem Zahn der Zeit. Was bleibt danach? Wenn es keine „Dinge“ sind, was ist es dann?

Was bleibt, ist unser Beitrag zur Weiterentwicklung der Kultur. Unter Weiterentwicklung der Kultur müssen wir eine Steigerung des schöpferischen Denkvermögens nachfolgender Generationen verstehen. Wir messen „Weiterentwicklung“ an der Fähigkeit des menschlichen Geistes, das relative Bevölkerungsdichte-Potential willentlich zu erhöhen. Nicht der materielle Nutzen dieser Weiterentwicklung ist für uns moralisch die Hauptsache, wenn er auch die moralische Weiterentwicklung begünstigt. Die ständige Erhöhung des relativen Bevölkerungsdichte-Potentials ist deshalb wichtig, weil sie Beweis dafür ist, dass die durch schöpferische Entdeckung und politische Entscheidung veränderte menschliche Praxis der Gesetzmäßigkeit des Universums entspricht. Die durch eine bestimmte Methode bewirkten Fortschritte bei schöpferischen Entdeckungen gehen alle in eine Richtung, die der Gesetzmäßigkeit des Universums entspricht und insoweit mit dem Logos übereinstimmt. Was zur Verbesserung des schöpferischen Denkens in diese Richtung beiträgt, ist nachweisbarer Fortschritt der Kultur.

Obwohl das, was wir beitragen, von nachfolgenden Generationen übertroffen werden wird (so hoffen wir jedenfalls), gehört es währenddessen zu den notwendigen Fundamenten des Zukünftigen. Wer zu solchen Fundamenten einen Beitrag leistete, führte ein Leben, das notwendig war.

Was ist dann wahres Vergnügen? Ist es nicht die Freude zu wissen, dass man so handelt, dass das eigene Leben für die Menschheit notwendig ist, auch nachdem man tot ist? Ist wahres Vergnügen nicht das Bewusstsein solchen Handelns? Ist wahres Vergnügen nicht das Vermögen, sich jener Augenblicke der eigenen Tätigkeit bewusst zu sein, in denen man diesem Ziel dient?

Dieses Vergnügen kann je nach Tätigkeit viele Formen annehmen. Ein Kind und ein Jugendlicher, der seine Begabungen entwickelt, hat Vergnügen an Wiederentdeckungen, die für ihn Neuentdeckungen sind. Er freut sich an der Entwicklung der Fähigkeit, Gutes zu leisten. Daneben lernen das Kind und der Jugendliche, welche Entdeckungsprinzipien den Weg zu einem zuverlässigen schöpferischen Urteilsvermögen weisen, sofern die Ausbildung an diesem Prinzip ausgerichtet ist. Der Schüler lernt, Freude an der Vernunft zu haben. Der Arbeiter, der im Augenblick vielleicht einer monotonen Tätigkeit nachgeht, ermöglicht damit vielleicht ein schöpferisches Unternehmen und hat daher das Recht, an dem Vergnügen dieses Werkes teilzuhaben. Eltern, die das schöpferische Potential ihres Kindes zur Entfaltung bringen, können großes Vergnügen empfinden, wenn sie daran denken, wie dies der Menschheit zugute kommen kann.

Alles, was zu diesem Entwicklungsprozess der menschlichen Kultur beiträgt, ist gut. Ein höheres Gut ist alles, was die Institutionen der Gesellschaft dahingehend beeinflusst, dass die Gesellschaft das Gute bei allen ihren einzelnen Mitgliedern besser fördert und nährt und alles aus dem Weg räumt, was das Gute behindert. Solche Verbesserungen der Gesellschaft bewirken, dass das Gute, das einzelne beitragen, tausendfach erhalten bleibt.

Bevor wir dieses Thema verlassen, müssen wir unsere Aussage in wissenschaftlich strenger Form wiederholen. Nur wenn wir das tun, sind wir berechtigt, ein Prinzip wie dieses als dermaßen wichtig für die ganze Menschheit zu bezeichnen. Was ist das Prinzip hinter schöpferischen Entdeckungen, das oben angesprochen wurde?

Wissenschaftlich-systematische Entdeckungen treten nur in drei Formen auf. Diese sind jeweils empirischer Beweis einer Hypothese. Es gibt Hypothesen auf drei Ebenen:

  1. Die einfache Hypothese. Bei der Bildung einer einfachen Hypothese nimmt man an, dass die bestehende wissenschaftliche Erkenntnis allgemein, so weit sie geht, richtig ist und dass die Erkenntnisse eines oder mehrerer bestimmter Teilbereiche der Wissenschaft ebenfalls richtig sind. Weiter nimmt man an, dass die gültige Erklärung einer zusätzlichen Frage nicht grundsätzlich im Widerspruch zu den vorhandenen Kenntnissen über den betreffenden Bereich stehen darf. Man formuliert eine Hypothese, die, allgemein gesagt, mit den vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnissen konsistent ist.
  2. Die höhere Hypothese. Diese Art Hypothese geht mit wissenschaftlichen Revolutionen einher. Hier nimmt man an, anders als bei der einfachen Hypothese, dass die herrschende wissenschaftliche Erkenntnis in ihren Voraussetzungen einen bestimmten grundsätzlichen Irrtum enthält. Man wählt ein geeignetes Experiment, um zu beweisen, dass die bezeichnete Annahme tatsächlich falsch ist und durch eine andere ersetzt werden muss.
  3. Die Hypothese der höheren Hypothese. Hier beginnen wir mit der Annahme, dass aufeinanderfolgenden wissenschaftlichen Revolutionen, die mit erweislichen Wissensfortschritten einhergingen, gemeinsame Entdeckungsprinzipien zugrunde liegen. Wir suchen ein Entdeckungsprinzip, das auf die wissenschaftliche Erkenntnis bei ihrem jeweiligen Stand angewandt voraussagbar eine höhere Hypothese ergibt, die eine neue wissenschaftliche Revolution einleitet.

Nach unseren heutigen Kenntnissen wurden diese Unterscheidungen erstmals von Platon in seinem Dialog Timaios dargestellt, wo er die Hypothese der höheren Hypothese als methodologisches Prinzip heranzieht. Sokrates sagt im Timaios, Gott sei der „Komponist“ des Universums, und schlägt den Dialogteilnehmern vor, einmal darzustellen, was von den Kompositionsprinzipien bekannt ist, nach denen das Universum, wie es sich unseren Sinnen darstellt, geordnet ist. Platon behandelt ein grundlegendes und universelles Prinzip der Geometrie mit der Methode der Hypothese der höheren Hypothese, und am Schluss des Dialogs setzt er das Prinzip, das der Hypothese der höheren Hypothese zugrunde liegt, mit dem Logos gleich. Er erklärt, der Logos sei der wirksame Wille des Schöpfers und mit dem Sein des Schöpfers wesensgleich. Dieses Prinzip ist in der christlichen Theologie als Konsubstanzialität bekannt.

Im Johannes-Evangelium z. B. ist die Gleichheit von Gott und Logos (dem Wort) der Anfang allen Seins. Nach Augustinus bedeutet das, dass das Wort (der Logos) durch Christus und von Christus ebenso wie von Gott ausgeht. Die gesamte Leistung der westlichen Zivilisation, wenn man sie richtig erfasst, geht auf den Einfluss dieser von Augustinus verfochtenen Lehre, die als Filioque bekannt ist, zurück.

Die Verbindung der Theologie zur Praxis ist hier folgende: Wenn der Mensch sich in diesem wesentlichen Punkt der „Nachfolge Christi“ widmet, dann muss er seine Fähigkeiten so entwickeln und anwenden, daß durch sein Handeln der Logos Praxis wird. Dieses Menschenbild, diese Sicht von der Stellung des Menschen im Universum prägte alles, was die westliche Zivilisation hervorbrachte. Aus dieser Sicht ist uns das Leben des einzelnen Menschen heilig und legen wir Wert auf die Entwicklung der Fähigkeiten jedes einzelnen Gesellschaftsmitglieds und ebenso darauf, dem Einzelnen Gelegenheit zu geben, seine entwickelten Fähigkeiten nutzbringend einzusetzen.

Wir betreiben hier keine Missionsarbeit für eine bestimmte religiöse Konfession. Wir wollen lediglich zeigen, wie sich dieses Menschenbild und diese Sicht von der Stellung des Menschen im Universum im Christentum zeigt — zumindest in jenen Glaubensformen, die tatsächlich christlich sind. Allgemeiner bedeutet dies erstens, dass Leben höher steht als Nichtlebendes, und zweitens, dass das Leben des Menschen sich durch etwas Göttliches auszeichnet und dadurch höher steht als alle anderen Lebensformen. Wenn im schöpferischen Denkvermögen des Menschen etwas Göttliches zum Ausdruck kommt, dann ist dies verbunden mit dem Willen, den Logos zu entdecken und sich in der Praxis von ihm leiten zu lassen.

Nur wenn wir dieses Menschenbild und diese Sicht vom menschlichen Wirken im Universum annehmen und teilen, unterscheiden wir uns moralisch von Tieren; es hat sich gezeigt, dass wir uns wie Tiere verhalten, wenn wir den moralischen Indifferentismus gegenüber höheren Prinzipien annehmen, den David Hume oder Adam Smith in der Theory of Moral Sentiments fordern.

Damit unser Handeln mit dem Prinzip der Hypothese der höheren Hypothese in Einklang steht, müssen wir ständig an der Entwicklung erfolgbringender höherer Hypothesen arbeiten, immer neue wissenschaftliche Revolutionen der menschlichen Erkenntnis ermöglichen. Wenn jeder von uns dieses Ziel anstrebt, trägt er etwas von bleibendem Wert zur Kultur bei. Diese Tätigkeit ist unser Vergnügen, die Quelle größter Freude.

Diese Art Freude ist etwas ganz anderes als ein misanthropischer Stolz über angehäuftes trockenes Bücherwissen. Diese Freude geht damit einher, der Menschheit etwas Bedeutendes zu geben, das göttliche Potential in anderen Menschen aller kommenden Generationen zu wecken. Es ist ein freudiger Akt der Liebe zur Menschheit. Ohne diese Liebe ist Wissen tot.

Es ist die gleiche freudige Liebe, die wir jedem neugeborenen Kind entgegenbringen. Sie erstreckt sich auf das menschliche Leben insgesamt.

Jemand flüstert: „Die Ärzte sagen, er ist ein hoffnungsloser Fall und leidet große Schmerzen.“

Ein anderer wirft ein: „Warum lassen sie ihn so leiden, nur um ihn einige Wochen länger am Leben zu halten?“

Diese Narren! Wer will Gott spielen, wenn es um ein Menschenleben geht? Was wissen sie, was dieser im Sterben liegende Mensch in seinen letzten Tagen des Ringens mit dem Tode vielleicht noch beizutragen vermag? Ein Ausdruck der Liebe von oder gegenüber diesen Menschen, von oder gegenüber einem Mitglied oder Freund seiner Familie, mag in irgendeiner Art für die ganze Menschheit Bedeutung gewinnen.

„Aber er leidet so sehr und ist nicht bei Bewusstsein.“ Er kämpft gegen eine Krankheit. Er kämpft für die Sache des Lebens und trägt so zur Entschlossenheit bei, diese Krankheit für alle künftigen Generationen zu besiegen. Durch seinen Kampf vermehrt er das Wissen, mit dem viele andere gerettet werden können. Er ist der beste Soldat; selbst seine letzten Leidenstage verwandelt er in etwas von bleibendem Wert für die ganze Menschheit!

„Vielleicht stimmt es, was Sie sagen, aber wer wird sich jemals an seinen kleinen Beitrag erinnern? Ist sein winziger Beitrag das Leiden wert, das er erduldet?“

Die meisten Menschen sind im Vergleich zur ganzen Menschheit klein und unbedeutend. Sollen wir deshalb die Mehrzahl aller Menschen bei der Geburt umbringen? Ist das verschwindend kleine Gute, das ihr Leben bringen wird, all das Leiden wert, das sie wahrscheinlich erdulden werden? Das meiste Gute, das die Menschheit hervorgebracht hat, ist die Summe verschwindend kleiner Beiträge von Menschen, deren Namen längst vergessen sind. Dieses letzte Gute, das dieser Mensch erweist, ist vielleicht ebenso wertvoll wie das ganze Leben vieler anderer. Wie könnten Sie oder ich uns zum Gott aufschwingen und anders urteilen?

Stellen wir die Frage anders. Worin liegt das eigentliche Leiden dieses Menschen? Vielleicht in seinen Schmerzen und Unbequemlichkeiten oder einer demütigenden Behandlung? Oder ist es so schrecklich, weil er sich nutzlos vorkommt, als Belastung für die Gesellschaft oder seine Familie, weil er auf hedonistische Vergnügungen verzichten muss? Glaubt er vielleicht, dass sich das Weiterleben in seinem Zustand kaum lohnt? Scheint ihm sein Denkvermögen und die Fähigkeit, seine Gedanken mitzuteilen, unter den gegebenen Umständen nicht mehr so wichtig? Ist es nicht so, dass seine Hilflosigkeit ihm bewusst werden lässt, dass er seinem Denken nie große Wichtigkeit zugemessen hat? Ist es nicht so, dass er durch seine körperliche Hilflosigkeit und weil er sein Denken unter diesen Umständen für wertlos hält, letzten Endes meint, sein ganzes Leben habe keinen Sinn gehabt? Darin liegt sein eigentliches Leiden; er hat sich nie bemüht zu entdecken, was Leben wirklich bedeutet, und weil man ihn gelehrt hatte, nach den Maßstäben von Vergnügen und Schmerz zu leben, hat das Leben keinen Wert mehr für ihn, wenn der Schmerz groß ist. Warum dulden wir, dass die Menschheit eine solche Situation zulässt?

Wenn wir schon sterben müssen, dann lächelnd mit dem freudigen Gedanken: „Es war ein schönes, gutes Leben, und ich will nicht eine Minute davon verschenken.“ Manchmal ist es notwendig, das Leben zu riskieren, aber nur, damit andere und das Gute nach uns weiterleben können. Wir dürfen unser Leben nur für die Sache des Lebens aufs Spiel setzen und für das Gute, das das Leben vollbringen muss.

Das ist der Grund, warum wir einen Wald auf dem Mars anpflanzen.