Mit Großprojekten die Weltwirtschaft wiederaufbauen

Konferenz/ Seminar

Am 29. September fand ein E.I.R.-Seminar in Frankfurt/Main statt mit dem Thema „Ein Jahrhundertprogramm zum Wiederaufbau der Weltwirtschaft: NAWAPA – Beringstraße – Eurasische Landbrücke” unter lebhafter Anteilnahme des Publikums. Unter den Gästen waren neben diplomatischen Vertretern mehrere führende Ingenieure, die mit dem Hochtemperaturreaktor (HTR) befaßt waren, sowie etliche besorgte Bürger.

Der Verlauf der Veranstaltung zeugte von dem großen Interesse in führenden Kreisen Deutschlands, sich zusammenzutun und das technisch-wissenschaftliche Potential im Land gegen den jakobinischen Großangriff zu verteidigen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Helga Zepp-LaRouche, die Vorsitzende des Schiller-Instituts. Sie gab einen strategischen Überblick über die Weltlage, mit Schwerpunkten auf der Lage in den Vereinigten Staaten und den Anstrengungen zur Wiedereinführung des Glass-Steagall-Bankengesetzes sowie vorliegenden weltweiten Großprojekten wie dem Tschadsee- und dem Aralsee-Projekt. Diese sind notwendig, um die Weltwirtschaft aufzubauen und das Fundament für die Erkundung des Weltraums zu legen.

Sie befaßte sich mit der gegenwärtigen Konfrontation in Deutschland um Technologie und Infrastruktur und besonders der unheiligen Allianz britischer Heuschreckenfonds mit der European Climate Foundation bei der Mobilisierung aufgeputschter Mobs auf den Straßen Deutschlands. Sie rief zu einer Allianz für Fortschritt und Entwicklung auf: „Denn es ist bewiesen, daß das Universum nicht entropisch ist; wir sollten unser Handeln in Einklang mit den Gesetzen des Universums bringen.”

Dr. Urban Cleve, vor seiner Pensionierung leitender Nuklearingenieur und maßgeblich an der Entwicklung des Hochtemperaturreaktors mit Prof. Rudolf Schulten beteiligt, referierte über die technischen Aspekte und künftige Anwendungsmöglichkeiten dieser Technik. Es freute ihn, dies im Rahmen der vorher beschriebenen Großprojekte wie z.B. NAWAPA darzustellen, wobei er die Wichtigkeit und das Ausmaß dieser Projekte hervorhob. In diesem Zusammenhang geißelte er den zunehmenden Verfall der Kenntnisse auf technisch-wissenschaftlichem Gebiet – er nannte als Beispiel den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel – und kritisierte den gegenwärtigen „Energie-Kompromiß”.

Schon als junger Ingenieur habe ihn damals die Aufgabe gereizt, am von Prof. Schulten erdachten Reaktorkonzept mitarbeiten zu können. „Diesen Reiz habe ich bis heute nicht verloren.” Prof. Schultens Überlegungen seien heute noch, also nach sechzig Jahren, uneingeschränkt gültig.

Mehrmals betonte er, das HTR-Projekt sei nur aus ideologisch-politischen Gründen Ende der 90er Jahre abgewürgt worden, als Deutschland weltweit auf diesem Gebiet führend gewesen war. In den 22 Betriebsjahren des Reaktors sei kein einziges nicht lösbares Problem aufgetreten und keine nennenswerte technische Verbesserung erforderlich gewesen.

Dr. Cleves Ausführungen wurden mehrmals von anwesenden Kollegen durch fruchtbare Ergänzungen unterbrochen, die z.B. auf den Aspekt der politischen Sabotage hinwiesen oder die Bedeutung der Leichtwasserreaktor-Technik betonten. Die Zeit reichte nicht, um die lebhafte Debatte ausreichend fortzuführen, aber die Beteiligten wollen sie anderer Stelle fortsetzen.

Der Generalkonsul von Äthiopien, Mmulugeta Zewdi Michael, führte mit seinem Vortrag über „Wasser- und Dammprojekte für Äthiopiens Zukunft” den nächsten Themenschwerpunkt ein. Er erläuterte das von der Regierung seines Landes verfolgte Wasserkraftprojekt GIBE 3. Es umfaßt den Bau eines Damms am Omo-Fluß zur Verdoppelung der erzeugten Menge Stroms im Land – genug um den nationalen Bedarf zu decken und sogar einen Überschuß nach Kenia exportieren zu können.

Die Möglichkeiten, durch Wasserkraft Strom zu erzeugen, liegen in Äthiopien bei 45 GW, momentan werden zwei GW realisiert, GIBE 3 wird weitere zwei GW beitragen. Als Folge dieser Projekte ergibt sich die Möglichkeit zur Regulierung und Bewässerung der umliegenden Gebiete. Trotz dieser nachgewiesenen Vorteile widersetzen sich internationale „Umweltschutzorganisationen”, wie Rivers International und Survival International, mit einer weltweiten Störkampagne. „Wir wissen, wer diese Gruppen bezahlt”, sagte Herr Zewdi.

Als schlagendes Beispiel zeigte der Redner die Ausgabe der Frankfurter Rundschau vom 3. September, wo behauptet wird, GIBE 3 gefährde das Leben von hunderttausenden Menschen und bringe Hunger ins Land. Genau das Gegenteil von dem, was eintreten werde.

Nach diesem bewegenden Vortrag gab Claudio Celani von E.I.R. einen Überblick über das zentralafrikanische Wassergroßprojekt Transaqua. Es basiert darauf, Wasser aus dem Kongo-Fluß mittels gigantischer Infrastruktur nach Norden Richtung Tschadsee umzuleiten, diesen aufzufüllen und die Sahel zu begrünen. So können neue Tiefdruckgebiete entstehen und neue Niederschläge bringen. Celani überbrachte die Grüße des geistigen Vaters dieses Projektes, Dr. Marcello Vichi, aus Italien und faßte die von ihm übersandte Rede zusammen.

Das TRANSAQUA-Projekt stammt aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Damals verfolgte die italienische Regierung zusammen mit privaten Firmen wie Vichi’s Bonifica die Entwicklungsstrategie von Enrico Mattei, dem Gründer der nationalen Ölfirma ENI. Nachdem Celani die Einzelheiten des Projekts erläutert hatte, ging er auch auf die Tatsache ein, daß das Projekt 1994 leider von zentralafrikanischen Ländern nach massiven, von London angezettelten Unruhen im Kongo verworfen wurde.