Wird die Palastrevolution in Washington Erfolg haben?

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„Hier läuft eine Palastrevolution ab“, war die Erklärung eines Insiders des Trump-Lagers für die Entscheidung des Präsidenten, eine syrische Luftwaffenbasis zu bombardieren. „Im Augenblick haben die Neokonservativen die Oberhand gewonnen.“ Diese hätten unablässig „Fake News“ über Trump und die Russen verbreitet, um ihn zu stürzen. „Ich fürchte, er ist jetzt in die Falle getappt, die sie ihm gestellt haben.“

Wesentlich dafür, Trump zu der Entscheidung für den Luftangriff zu bewegen, war diesem Insider zufolge, daß Steve Bannon aus dem Nationalen Sicherheitsrat herausgedrängt wurde. Bannon ist Trumps wichtigster politischer Berater und Stratege, der seinen Wahlkampf geleitet hatte, und ist als vehementer Gegner von Militärinterventionen bekannt. Es wird von einem Machtkampf hinter den Kulissen zwischen ihm und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner gemunkelt. Berichten zufolge widerspricht Kushner Bannons Anti-Establishment-Haltung.

Auch viele Trump-Wähler sind überzeugt, daß er vor den Neocons eingeknickt ist. Sie sind wütend, weil er mit dem Militärschlag gegen Syrien genau das tat, was er Hillary Clinton vorgeworfen hatte. Im Wahlkampf hatte er die Regimewechselpolitik von Bush, Obama und Clinton und die daraus resultierenden endlosen Kriege scharf attackiert. In seiner Intervention in Syrien sieht man den Bruch seines Wahlversprechens, diese Kriegspolitik zu beenden.

Die Neocons, die gegen Trump mobilisieren, seit er sie bei den Vorwahlen der Republikaner wegdrängte, lobten sein Vorgehen – allen voran die berüchtigten Falken Sen. John McCain und William Kristol, Herausgeber des rechten Weekly Standard und Mitgründer des Projekts für ein Neues Amerikanischen Jahrhundert (PNAC), das sämtliche blutigen Regimewechsel der letzten Jahre enthusiastisch unterstützte. Die Neocons arbeiten mit Verrätern in den Geheimdiensten wie Ex-CIA-Chef Brennan, mit den Obama-Clinton-Demokraten und mit Lügenmedien wie New York Times, Washington Post und CNN zusammen, um Trumps Regierung zu entmachten, indem sie die falsche Behauptung verbreiten, er verdanke seinen Wahlsieg einer Absprache mit dem russischen Präsidenten Putin.

Die Falle für Trump besteht darin, daß er, indem er die Beraterlügen über „Assads Giftgaseinsatz“ schluckte und den Luftangriff anordnete, einen der vielversprechendsten Aspekte seiner Regierung selbst sabotiert – nämlich sein erklärtes Ziel, zusammen mit Rußland den Terror von ISIS und Al-Kaida im Irak und in Syrien zu bekämpfen. Gleichzeitig vertreibt er damit einen Großteil seiner Wählerbasis, die Clinton nicht zuletzt wegen ihrer Pläne für eine größere Militärkampagne gegen Präsident Assad und ihrer Konfrontationshaltung gegen Rußland ablehnte.

Eine problematische Schwäche dieser Teile des Trump-Lagers ist, daß sie die Hand des Britischen Empire hinter den Angriffen gegen Trump nicht sehen und deshalb nicht erkennen, warum eine Annäherung an Rußland und China strategisch unverzichtbar ist.

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