Sechs Millionen Franzosen sehen Fernsehdebatte mit Cheminade

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Jacques Cheminade und seine Repräsentanten geben im Rahmen des Wahlkampfs zahlreiche Interviews und sprechen auf vielen Veranstaltungen. Doch die sichtbarste Intervention des Kandidaten war zweifellos die erste große Fernsehdebatte aller 11 Präsidentschaftskandidaten auf BFM-TV am 4.4., die fast vier Stunden dauerte. Bis zu 6,3 Mio. und durchschnittlich gut 5,5 Mio. Menschen sahen zu.

In den 17 Minuten, die jeder zur Verfügung hatte, griff Cheminade die Establishmentkandidaten wiederholt scharf an, sie seien für das gegenwärtige Debakel verantwortlich. Er wandte sich gegen das „falsche Europa” der EU, wie es Mario Draghi und die Bankenrettungen verkörpern. Frankreich müsse heraus aus EU, Euro and NATO, aber nicht, um ins Ungewisse zu springen, sondern um „ein wahres Europa souveräner Nationen zu schaffen, das Großprojekte ausführt, verbündet mit BRICS, mit China und dessen Win-Win-Kooperation”.

Er sprach auch über das Thema Staatsschulden, das andere aufgebracht hatten. Diese Schulden, z.B. in Griechenland, seien ungerecht und illegitim. Man müsse die illegitimen Schulden aussortieren, die Banken trennen und produktiven Kredit vergeben.

Zum Terrorismus erklärte Cheminade, Frankreich habe niemals wirklich Krieg gegen Daesch (ISIS) geführt, weil nie deren Finanzierung durch Drogen- und Ölschmuggel etc. untersucht wurde. „Es gab vom Pentagon finanzierte Organisationen und andere, von der CIA finanzierte, die gegeneinander kämpften.” Und Präsident Hollande pflegte eine Sonderbeziehung zu Saudi-Arabien, um dem Land Waffen zu verkaufen. Der eigentliche Fehler aber sei der Mangel an wirtschaftlicher Entwicklung, u.a. in Afrika.

In einem Interview auf France2 am nächsten Tag beschrieb er die Debatte als „emotionale Übung in Selbstinszenierung”, weil jede echte programmatische Diskussion fehlte. „Keiner greift die Finanzmärkte an, keiner sagt, was man braucht, um aus diesem Schlamassel herauszukommen.” Später fügte er hinzu, man müsse sich von der heute vorherrschenden pessimistischen und negativen Einstellung befreien und dazu wirkliche Kunst und Wissenschaft im Volk wiederbeleben.

Am 5.4. stellte er mit einer Pressekonferenz sein neues Buch („Frankreich aus der Zukunft gesehen“) und seinen Beirat vor, u.a. ein pensionierter Chirurg, ein Astrophysiker, ein Geologe, zwei Oberste a.D. und der frühere Außenminister des Tschad. Dies seien sozial eingestellte, aufopferungsvolle Menschen in ihrem jeweiligen Teil der Gesellschaft, ganz anders als die Berufspolitiker und deren „gesalbte“ Experten, die schuld am heutigen Schlamassel seien.

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