Nächste Blase droht zu platzen: Wall Street fürchtet neue Bankentrennung

Angesichts der wachsenden Gefahr, daß die Blase der Unternehmensanleihen in den USA und international platzt, und der damit einhergehenden Angst, daß die Regierung Trump eine Glass-Steagall-Bankentrennung durchsetzt, die eine staatliche Rettungsaktion für die toxischen Schulden verhindern würde, erscheint in der Finanzpresse in New York und in London ein Artikel nach dem anderen, der vor einem solchen Schritt warnt.

Donald Trump persönlich gab diesen Ängsten Auftrieb, als er in einem Interview mit Bloomberg News am 1.5. direkt bekräftigte, daß er für ein „Glass-Steagall-Gesetz des 21. Jahrhunderts“ ist. Wörtlich sagte er: „Ich schaue mir das gerade genau an.” Nur eine Stunde später erklärte Trumps Pressesprecher Spicer, der Präsident habe sich gerade mit Vertretern des Verbands der unabhängigen kommunalen Banken getroffen, und „erwägt aktiv Optionen” zur Modernisierung des ursprünglichen Gesetzes zur Trennung von staatlich versicherten Einlagenbanken und Investmentbanken.

Bloomberg merkt dazu an, daß die „Basis der Republikanischen und der Demokratischen Partei – Leute wie Bernie Sanders und Elizabeth Warren – für die Wiedereinführung von Glass-Steagall wirbt“. Als Warren von Bloomberg News am 10.5. gefragt wurde, ob sie mit der Regierung Trump für Glass-Steagall zusammenarbeiten würde, antwortete sie, sie habe noch keine informellen Kanäle zum Weißen Haus, aber „wir hatten schon einige gute Gespräche, und ich möchte gerne, daß das passiert. Ich bin bereit. Denn wie Sie wissen, gehört das zu den grundlegenden Dingen, wogegen die Leute an der Wall Street Widerstand leisten könnten. Aber die meisten Amerikaner verstehen es.“

Tatsächlich besteht, anders als einige aus der Regierung Trump gesagt haben, kein Anlaß, das alte Glass-Steagall-Gesetz (von 1933) zu „modernisieren”, außer das Verbot bestimmter spekulativer Geschäfte, Wertpapiere und Derivative zu präzisieren, die vor 80 Jahren in dieser Form noch nicht existierten. Die aktuellen Gesetzesvorlagen in Senat und Repräsentantenhaus sind in dem Sinne ausreichend und sollten umgehend beschlossen werden.

Sie haben bisher 9 Unterzeichner im Senate und 47 im Abgeordnetenhaus, aber von letzteren haben 7 gerade erst in den letzten Tagen unterschrieben, was zeigt, daß der Trend angesichts der tickenden Schuldenbombe zunimmt.