Cheminade wird vom libanesischen Präsidenten Aoun empfangen

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Am 7.4., nur Stunden nach dem US-Luftangriff in Syrien, traf sich der französische Präsidentschaftskandidat Jacques Cheminade mit dem libanesischen Präsidenten Michel Aoun im Präsidentenpalast Baabda, um mit ihm über „Frieden durch Entwicklung” für die ganze Region zu sprechen.

Nach der halbstündigen Unterhaltung erklärte Cheminade am Präsidialpalast vor Journalisten: „Ich bin in den Libanon im Geist eines Freien Libanon gekommen, jenseits und über allen politischen Fraktionen, und um zu zeigen, welche Rolle der Libanon im Nahen Osten und in der Weltpolitik spielen kann. Schon seit langer Zeit, konkret seit Februar 1989, ist General Aoun in dieser Hinsicht sehr wichtig, weil er in der Hinsicht immer großen politischen Mut und eine große geistige Unabhängigkeit bewiesen hat…“

Frankreich und Europa müßten alles tun, um die Sache des Libanon zu unterstützen, und insbesondere müßten „Europa und Frankreich viel mehr Hilfe für die politischen und wirtschaftlichen Flüchtlinge leisten, die in den Libanon kommen, und für diejenigen im Libanon, die diese Flüchtlinge aufnehmen und manchmal noch schlechter als sie leben… Wir wissen, daß es zwischen 2 und 2,5 Millionen Flüchtlinge im Libanon gibt, bei einer Bevölkerung von 4,5 Millionen Einwohnern.”

Deshalb müsse man Bedingungen schaffen, damit Flüchtlinge in ihre Länder zurückkehren können, „und durch wirtschaftliche Entwicklung und Wiederaufbau Bedingungen für Frieden in Syrien schaffen. Wir haben das in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg getan, mit öffentlichem Kredit und mit Einsatz für die Zukunft… Das ist der einzige Weg, durch gegenseitige Entwicklung Frieden im Nahen und Mittleren Osten zu schaffen.”

Der US-Raketenangriff in Syrien werde die Lage nur verschlimmern, besonders da er „ausgeführt wurde, bevor es eine internationale Untersuchung darüber gab, was in Syrien wirklich geschah“. Es sei eine „Verletzung der Souveränität einer Nation durch eine andere”, solche Einmischungen in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten müßten aufhören, und man müsse die Bedingungen für Frieden durch Entwicklung in der Zukunft schaffen. „Aus dieser Sicht muß der Libanon General Aouns eine ganz fundamentale Rolle spielen, die Frankreich anerkennen muß.”

In weiteren Interviews verurteilte Cheminade die Heuchelei derjenigen im Westen, die eine Koalition gegen Assad fordern. Dem französischen Wirtschaftssender BFM TV sagte er: „Ich bin nicht für eine Koalition gegen Baschar Al-Assad, sondern für eine Stabilisierung der Lage in Syrien. Einige Leute halten ständig Moralpredigten; die Realität ist, daß die Leute, die da moralisieren, die gleichen sind, die die Militärintervention in Libyen organisierten, mit den bekannten Folgen, und die zuließen, daß Saudi-Arabien den Jemen bombardiert. Sie geben den Saudis sogar mehr Aufklärungsdaten, damit sie Jemen besser bombardieren können, und anschließend erteilen sie der ganzen Welt moralische Lehren. Ich halte das für den Gipfel von Heuchelei und Zynismus.”

Cheminade traf sich auch mit französischen Bürgern und potentiellen Wählern, die in Beirut leben.

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